Zukunft des Handwerks

 

Die Deutsche Manufakturenstraße unterstützt die Nachwuchsförderung gerade in den spezialisierten Handwerksberufen. Schulabsolventen und Auszubildende werden dazu angeregt, sich mit den persönlichen Chancen, sich durch die Ausübung eines Handwerksberufs der in der Ausstellung präsentierten Branchen und Gewerke ergeben können, zu beschäftigen. In der Qualitätsproduktion der Manufakturen stehen die Qualität der Arbeit und die Vervollkommnung der eigenen Fähigkeiten im Mittelpunkt – Werte, aus denen sich, neben dem Interesse für die jeweiligen Inhalte der Berufe, auch persönliche Erfüllung und Selbstbewusstsein ziehen lassen. Die Ausstellung will damit nicht nur Absolventen in Deutschland begeistern, sondern auch an den jeweiligen internationalen Stationen der Tour jungen Menschen die Möglichkeit bieten, mit renommierten Unternehmen und Manufakturen in Kontakt zu kommen und Karrierewege im persönlichen Dialog kennenzulernen.

Projekte:

Gesellenwanderung

Der Begriff Walz, Wanderjahre oder Gesellenwanderung bezeichnet die Zeit der Wanderschaft zünftiger Gesellen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit. Sie war seit dem Spätmittelalter bis zur beginnenden Industrialisierung eine der Voraussetzungen der Zulassung zur Meisterprüfung. Das heutige Bild über die Gesellenwanderung ist teilweise poetisch verklärt – dennoch existiert die Walz noch heute und wurde sogar im Dezember 2014 von der deutschen Kultusministerkonferenz als eine von 27 Kulturformen in die Bewerbungsliste des Bundesweiten Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das Ziel der Walz ist, sich beruflich weiterzubilden sowie den persönlichen Horizont und die Eigenständigkeit zu erweitern. Dies geschieht, indem sich junge Handwerksgesellen in der Begegnung mit Fremden und Gleichgesinnten, mit Unbekanntem und Unvorhergesehenem auseinandersetzen. Auf die Walz zu gehen heißt nicht nur, sich als Handwerker in Kluft auf Reisen zu begeben. Entscheidend ist vielmehr das Eingebundensein in eine Gemeinschaft, da nur so tatsächlich ein kontinuierliches Tradieren von älteren Generationen an die Jüngeren gegeben ist. Das Projekt „Gesellenwanderung“ der Deutschen Manufakturenstrassse engagiert sich für das Weiterbestehen dieser Tradition, die in Konkurrenz zur heutigen Markteffizienz keine schnellen Vorteile verspricht. Partner in diesem Projekt ist die CCEG Conförderation Europäischer Gesellenzünfte.

KONTAKT:

Conföderation Europäischer Gesellenzünfte (CCEG)

Vizepräsident Friedrich Bader

ADRESSE:

Am Künstlerhaus 23 76131 Karlsruhe 

LINK:

www.cceg.eu

 

SESAM-Programm

SESAM ist ein europäisches Vermittlungsprogramm für Handwerksgesellen und -meister. Es wird seit 1991 über die SEQUA koordiniert. Durchführungsträger sind die Handwerkskammern. Teilnehmer aus Deutschland werden ob ihrer soliden Ausbildung von den Arbeitgebern im Ausland sehr geschätzt. Sie werden nicht als Praktikanten, sondern als vollwertige Mitarbeiter behandelt. Oft sind es kleine oder gar Ein-Mann- Betriebe, die die Unterstützung zu schätzen wissen. Zusätzlich zur SESAM-Förderung gibt es für die Teilnehmer daher oft noch eine Vergütung vom Arbeitgeber und/oder freie Kost und Logis. Die jungen Handwerker erleben die Weiterbildung ganz unmittelbar bei der Arbeit. Da sich in vielen Handwerksberufen landesspezifische Techniken bewahrt haben, gibt es viel zu lernen. SESAM-Teilnehmer müssen die Gesellenprüfung abgelegt haben und mindestens 18 Jahre alt sein. Vorkenntnisse in der Sprache des Gastlandes sind vorteilhaft, da sie schneller die Chance eröffnen, im Gastbetrieb eigenverantwortliche Aufgaben übertragen zu bekommen oder sogar berufliche Weiterbildungsangebote zu nutzen. Die Deutsche Manufakturenstrasse vermittelt aktiv außerbetriebliche Weiterbildungen im Ausland und begleitet Handwerksgesellen und -meister bei der Antragstellung bei den Handwerkskammern bei der SEQUA.

KONTAKT:

Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung (SEQUA) Gemeinnützige Gesellschaft mbH

ADRESSE:

Mozartstraße 4-10 53115 Bonn

TELEFON:

+49 228 9 82 38-0

LINK:

www.sequa.de

 

Leonardo-Förderung Lets go!

Die Deutsche Manufakturenstrasse kooperiert mit dem Einzelstipendienprogramm der Initiative „let’s go!“: ein Mobilitätsprojekt im LEONARDO-Programm der Europäischen Union. Es bietet Auszubildenden aus dem Handwerk die Möglichkeit, einzeln und ohne Anbindung an eine Gruppenmaßnahme ein dreiwöchiges Betriebspraktikum im europäischen Ausland zu absolvieren. Die Förderung beinhaltet einen Zuschuss für die interkulturelle und sprachliche Vorbereitung des Auslandspraktikums sowie länderabhängige Pauschalbeträge für Reisekosten, Unterkunft und Verpflegung. Die Zahl der Förderstipendien ist begrenzt. Bewerbungen können jederzeit eingereicht werden. Bis zur Aufnahme eines Auslandspraktikums sollte eine Vorbereitungszeit von wenigstens drei bis vier Monaten eingeplant werden. Der Zeitraum des Praktikums wird individuell abgestimmt. Informationen und Erfahrungswerte zu den Auslandspraktika können auf der Internetseite www.letsgo-azubi.de – „Der Treffpunkt für weltoffene Auszubildende im Handwerk“ – eingesehen werden. Die Seite bietet Auszubildenden, die ein Auslandspraktikum absolviert haben, die Möglichkeit, Bilder, Berichte und Bewertungen zu ihrem Praktikum einzustellen und sich über Community-Funktionen untereinander auszutauschen.

KONTAKT:

Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V.

ADRESSE:

Auf´m Tetelberg 7 40221 Düsseldorf

TELEFON:

+49 211 30108-0

LINK:

www.lgh.de

 

Meisterklassen

Ästhetische Bildung eröffnet als kulturelle Praxis, Wahrnehmungs- und Erkenntnisform kreative, neue Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung. Zugleich kann durch die Reflexion dieses Prozesses das Potential kultureller Ausdrucksformen bewusst werden. Die „Meisterklassen“ der Deutschen Manufakturenstrasse sind eine Bildungsinitiative, bei denen deutsche Forschungseinrichtungen diverser Disziplinen aufgefordert werden, das Handlungsfeld Schutz und Förderung kultureller Ausdrucksformen weiter zu erschließen und in diesem Rahmen Kooperationen zu intensivieren. Die Meisterklassen sind regelmäßig zusammentreffende Round Table Gespräche, die Praktiker (Manufakteure) mit führenden Wissenschaftlern aus den einschlägigen Bereichen zusammenbringen.

Doktoranden-Kolleg

In Deutschland nehmen sich einzelne Hochschulen dem Thema der nachhaltigen Handwerkskultur an. Jedoch existieren noch keine interdisziplinären Forschungscluster zwischen kultur- und entwicklungspolitischen Fachleuten. Die Deutsche Manufakturenstrasse engagiert sich für den Aufbau eines Doktorandenkollegs an der Universität Potsdam sowie die Schaffung von Stiftungspartnerschaften, um die Möglichkeit der Beantragung eines DFG-Sonderforschungsbereichs zu sondieren.